Kohlruss-MagdalenaWir trauern um Magdalena Kohlruss, die am 03.12.2011 im Alter von 81 Jahren von uns ging. Sie verstarb nach kurzer, schwerer Krankheit in Würzburg. 

 

Zu ihrem Gedenken wurden am 03.12. 2011 die Glocken der Stadtpfarrkirche in Bistritz und in ihrer Heimatgemeinde Nadesch geläutet.

 

Lebenslinien

Geboren wurde Magdalena Feinweber am 23. September 1930 in einem wohlbehüteten Elternhaus in Nadesch. Ihr Vater war dort Prediger und Lehrer. Durch die Kriegswirren wurde die Familie getrennt. Die Mutter, allein mit sechs Kindern war bestrebt allen eine Schulausbildung zu ermöglichen. Sie starb jedoch schon 1950.

 

Magdalenas berufliche Laufbahn begann 1949 als Hilfslehrerin in Passbusch, wo sie 2 Jahre lang tätig war. Sie war die erste deutsche Lehrerin in der Gemeinde nach Kriegsende. Hier leitete sie erfolgreich die deutsche Tanzgruppe und bereitete die älteren Schüler für den Einstieg in das Gymnasium vor.1951 wechselte sie nach Bistritz, in die Stadt, die zu ihrer zweiten Heimat wurde. Sie erwarb das Lehrerdiplom in Nassod und legte 1959 die 2. Lehramtsprüfung in Schässburg ab.

 

1953 heiratete sie Reinhold Erich Kohlruss, 1956 kam Sohn Norbert zur Welt. 1969 gelang der Familie die Ausreise nach Deutschland. In Würzburg war sie als Lehrerin tätig. Nach Weiterbildung wurde sie in den Beamtenstand versetzt und später zur Prüferin des Prüfungsamtes für die Lehramtsanwärter an Grund- und Hauptschulen ernannt.

 

Im Religionspädagogischen Zentrum Heilsbronn erwarb sie die kirchliche Bevollmächtigung um auch Evangelischen Religionsunterricht erteilen zu können. 1970 wurde sie Mitglied des Bayerischer Lehrerinnen - und Lehrerverbandes und war Vertrauensmann (Frau) für die Heuchelhofschule. Ehrenamtlich hat Magdalena Kohlruss 7 Jahre im Kirchenvorstand der Evangelischen Kirchengemeinde Würzburg-Heuchelhof gearbeitet.

 

Noch vor einem Jahr,

anlässlich ihres 80. Geburtstags resümierte Magdalena Kohlruss:

Ich habe in Passbusch, Bistritz und nicht zuletzt in Würzburg, wo ich die längste Zeit meines Lebens unterrichtete, viele schöne Jahre erlebt. Ich freue mich immer wieder, wenn ich zu Klassentreffen eingeladen werde oder zufällig hier in Würzburg ehemalige Schüler treffe. Heute gilt meine größte Freude unseren beiden Enkelkindern und natürlich auch unserer Schwiegertochter und Sohn. Wenn ich heute einen Rückblick mache, muss ich sagen: Ich bin dankbar für mein Leben“.


Ihre Verbindung zu der alten Heimat hat Magdalena Kohlruss nie aufgegeben. Sie war Mitglied der Heimatsortsgemeinschaften Bistritz und Nadesch. Zahlreiche Generationen haben bei ihr nicht nur lesen und schreiben gelernt, sondern sie auch für ihre freundliche, liebevolle Art geschätzt und werden ihr Andenken in Ehren halten.

 

Zu ihrem Gedenken wurden am 03.12. 2011 die Glocken der Stadtpfarrkirche in Bistritz und in ihrer Heimatgemeinde Nadesch geläutet.